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Kathak
Der nordindische Kathak Tanz, mit Zentren in Haryana, Rajasthan und Uttar- Pradesh, ist ein urbaner, virtuoser Tanz von exquisiter Technik. Der Name Kathak bedeutet Erzählung. Dies ist die uralte Kunst des Rezitierens und Sängers von Hindu-Mythen und Legenden. Kathak nahm seinen Ursprung im Gotteshaus, einem Tempel, in dem Kathakar-Brahmanen Gläubige mit musikalischen Geschichten der himmlischen Wesen unterhielten, wobei sie die Geschichten mit einfachen, doch ausdruckreichen Gesten unterstrichen. Im Laufe der Zeit gaben sie auch Aufführungen zu religiösen Anlässen in den Häusern der Gutsbesitzer (Zaminder), später auch am Hof (Durbar) der Könige. Zu dieser Zeit erlebte Kathak eine Verwandlung. Muslimische Aristro- -kraten hörten nicht gerne Geschichten, so daß die Tänzer begannen, sich auf die Entwicklung von abstrakten, rhythmischen Mustern zu konzentrieren, um Förderer zu gewinnen. Technisch gesehen ist der Kathak-Tanz zweidimensional. Er folgt stets einer vertikalen Linie ohne Bruch und Beugung. Die Beinarbeit ist das wichtigste Element, sie erfordert lange Übung. Geradlinige Schritte, gleitende Bewegungen rasche Pirouetten, wechselndes Tempo und rhythmische Muster machen die Schönheit dieses Tanzes aus. Der Tänzer beginnt mit einer Begrüßung, die entweder an einen Gott oder an den Gastgeber des Abends gerichtet ist. Der Begrüßung (Salam) folgt eine Sequenz zurückhaltender Bewegungen, bei denen das Spiel der Augenbrauen, der Augen, des Halses und der Schultern von Bedeutung ist. Dem schließt sich eine Vorstellung rhythmischer Muster(Tukra) an. Die Abhinaya (Tanzpantomime) illustriert Gedichte der Hindi-und Brajbhasa Poesie. Der Tänzer improvisiert bei den reinen Bewegungsformen ,wobei er mit den Schlaginstrumenten in Wettbewerb tritt, aber auch bei der Pantomime darf er improvisieren und seine Meisterschaft zeigt sich erst darin. Kathakali
Kathakali aus Kerala ist ein klassisches Tanzdrama, das von den anderen klassischen Tanzformen sehr verschieden ist. Es ist eher dramatisch als erzählend in seiner Darstellungsform. Die Themen entstammen den Epen und Mythen, die Darstellungsweise suggeriert übernatürliche Erscheinungen. Die Kostüme und die maskenartig geschminkten Gesichter haben besondere Bedeutung. So haben Helden und Antihelden, Schurken, Dämonen, weise Männer und Könige, alle ihre ganz besondere Kostüme und Gesichtsfarben, wobei grün einen guten Charakter andeutet, rot auf Tapferkeit und Zorn hinweist, schwarz mit dem Bösen oder Primitiven verbunden ist und weiß, die Reinheit anzeigt. Farbkombinationen reflektieren den jeweils besonderen Typ des Darstellers oder auch die Stimmung des Stückes. In Kathakali sprechen die Darsteller nicht, sondern sie erzählen die Geschichte mit Hilfe komplizierter Körperhaltungen, mit den Gesten der Hände und den Bewegungen der Augen. Der Sänger singt und rezitiert den Text, den die Darsteller durch ihre komplizierte Zeichensprache wiedergeben. Dabei haben die Tänzer viel Improvisionfreiheit. Tanztechnisch herrschen, neben einer vielfältig ausgefeilten Gestensprache, quadra- tisch-rechteckige Bewegungsmuster vor, durch setzt von artistischen Spiral- drehungen und hohen Sprüngen. Schon die Grundhaltung hat es in sich: Die Tänzer stehen mit aufgerichteten großen Zehen und seitlich nach außen gebeugten Beinen auf den äußeren Kanten der Fußsohlen. Die reinen Tanzbewegungen bestehen aus Einheiten, die Kalasama genannt werden.
LITERATURVERZEICHNIS
1. Die Tanzkunst Indiens von Eberhard Rebling-Henschelverlag Kunst und Gesellschaft; Berlin 1981
2.Klassischer Indischer Tanz-Begleitheft zum Tanzprogramm der Indischen Festspiele 1991-1992
3.Perspektiven Indien:Dezember1993,vol II,No 6
4. Perspektiven Indien:Februar 1996,vol V,No2
5. INDIEN-Kultur,Geschichte,Politik,Wirtschaft,Umwelt
Ein Handbuch, Herausgegeben von Dietmar Rothermund;Verlag C.H.Beck München
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