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| Odissi entwickelte sich aus "Sangita-nataka"(Musikspielen) und aus den |
| Tänzen "Akharas"(gymnastischer Schulen).Bereits Skulpturen aus dem 25 |
| h v.Chr. zeigen Figuren dieses Tanzstils. Gita Govinda, ein Gedicht des 12 |
| Jahrhunderts, hat den poetischen und musikalischen Inhalt dieses Tanzstils |
| geprägt. Er wurde von Frauen, Mahari oder Devadasis (Dienerinnen |
| der Götter) genannt, im Tempel des Jagannath von Puri aufgeführt, später haben |
| auch Männer, genannt Gotiputa,diesen Tanz in Frauenkleidern im Hof des |
| Tempels aufgeführt. |
| Die Grundhaltung ist hier "Tribhanga"(die dreifach gebeugte Position), so |
| wie sie auch die indische Skulptur zeigt. Die Beine, Hüfte und der Kopf werden |
| wie eine S-Kurve geformt, auch die Chauka- Grundposition, in der man die |
| Füße nach außen dreht und die Beine ein wenig beugt. Daneben kommen |
| spektakuläre Bewegungsmuster vor, wie, zum Beispiel, eine Wagenrad- |
| position, in der die Tänzerin auf dem Bauch liegt und mit beiden Händen |
| rücklings ihre Füße festhält, oder die Bienendrehung bei welcher das Spiel- |
| bein kniehoch angewinkelt wird, während man auf dem Standbein im Kreis |
| hüpft. |
| Das Repertoire beginnt mit "Mangalacharana"(Gebet um Segen), einem |
| traditionellem Entree´, in dem die Tänzerin Blumen auf die Bühne streut und |
| damit Mutter Erde um Vergebung dafür bittet, daß sie fortan auf ihr herum- |
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-tritt. Es folgen "Istadeva
Varana"(Wahl des Wunschgottes)-meist Ganesha
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| oder Shiva , und schließlich "Trikhandi Pranam"(dreifacher Gruß),eine |
| Begrüßung der Götter, des Gurus und des Publikums mit der "Anjali- |
| Geste" (flachaufeinandergelegte Hände). |
In äußersten Nordosten Indiens liegt der kleine Unionsstaat Manipur.Manipuri ist eine lyrische Tanzform aus dem osten Indiens. Obwohl in Manipur schon von dem Aufkommen des Vaishnava-kults im 18.Jahrhundert vielerlei magische und rituelle Tänze bekannt waren, haben sich die Rasa-Tänze dort erst infolge der Interaktion dieses früheren Erbes mit dem neuen Kult entwickelt. Manipuri-Tanz besteht aus fünf Ballettstücken in deren Mittelpunkt Radha und Krishna stehen, meist begleitet vom Ballet der Gopis (Hirtenmädchen). Die zweite Gruppe klassischer Manipuri-Tänze ist als "Sankirtana"bekannt, der von Männern mit Manipuri-Trommeln (Pung) oder mit dem Zymbal (Kartal) getanzt wird. Der Nata-sankirtana wird oft als Vorspiel zum Rasa- Tanz aufgeführt. Der Bewegungsduktus ist immer fließend, anmutig gelöst, doch niemals un- präzise oder gar weichlich. Die Füße sind nach vorn gerichtet, die Knie sind locker, leicht nach vorn geneigt, aber nicht seitwärts gestreckt, die Innenseiten der Schenkel werden nicht nach außen gedreht, der Rumpf ist entspannt,Brust und Hüften gegeneinander verdreht. Die Arme bewegen sich ohne die scharfe Winkelhaltung des Ellbogens oder die gerade Streckung des Armes wie beim Bharatnatyam. Die Finger bewegen sich in Kreisen oder Halbkreisen und Kurven, öffnen und schließen sich langsam. Die Grundhaltung wird Chali oder Parenga genannt. Sankirtana ist durch eine männliche Grundhaltung bestimmt,mit Sprüngen und Streckungen,aber ohne besondere Beinarbeit.